7.11.16 Offener Brief - Pressemitteilung



Liebe Mitglieder und Interessenten der DIG Arbeitsgemeinschaft Ulm,

obwohl die DIG dieses Jahr bereits die zahlreichen anti-israelischen Veranstaltungen der VH kritisiert hat und damit auch die internationale Öffentlichkeit erreichte, findet am 16. November erneut eine Veranstaltung, diesmal mit Clemens Messerschmid, statt.

Messerschmid hat eine klare, gegen Israel gerichtete ideologische Agenda, die er offensiv vertritt.
  
Die DIG geht deshalb mit diesem Offenen Brief an die Öffentlichkeit und fordert, dass die Reihe der unverhohlen hässlichen Propaganda gegen Israel ein Ende findet.


Offener Brief - Pressemitteilung 

Sehr geehrte Frau Dr. Engels, 

am 16.11.2016 spricht  der Referent Clemens Messerschmid im Rahmen einer Veranstaltung der vh Ulm in Zusammenarbeit mit dem Ulmer Weltladen e.V. im Einsteinhaus.

Messerschmid gelangte zu unrühmlicher Bekanntheit als er am 14.8. dieses
Jahres in einem von Markus Rosch verfassten israelfeindlichen Beitrag der ARD-Tagesthemen als sogenannter „Experte“ in Sachen Wasserknappheit im Westjordanland interviewt wurde. Der gesamte Beitrag wurde heftig kritisiert, da er die israelische Seite nicht zu Wort kommen ließ und zudem mit
fragwürdigen und unwahren Behauptungen aufwartete.  Im Beitrag fehlte sowohl die Tatsache, dass Israel den Palästinensern mehr Wasser liefert, als in den Verträgen von Oslo Mitte der 1990er Jahre vereinbart wurde (nämlich 143 Liter pro Tag), ebenso fehlte die Information, dass die anfallenden
Wasserverluste durch die palästinensische Autonomiebehörde zu verantworten sind, da sich die Region, in der der Beitrag entstand in der Verwaltung und damit der Zuständigkeit der PA befindet.  Ein dort stattgefundener Wasserrohrschaden dürfte die Ursache für den im Bericht dargestellten Wassermangel gewesen sein. Häufig kommt es in der Region zu Wasserdiebstahl, bei dem die Rohre beschädigt werden. Zu dem schlampig recherchierten Bericht hatte auch Michaela Engelmaier (SPD) auf der facebook-Seite der Tagesthemen Stellung genommen, wo sie den Film mit scharfen Worten gerügt hatte.
(Zugriff 30.10.2016) Weitere Recherchen und Richtigstellungen stammen von Gerd Buurmann, der Journalistin Antje Schippmann  und anderen. Beispielhaft hier:

Messerschmid behauptet, den Palästinensern im Westjordanland mangele es an Wasser, weil die Israelis sie keine Brunnen bauen ließen und das gesamte Grundwasser in der Westbank für sich selbst beanspruchten. Das einzige Problem sei die „israelische Besatzung“, wie er es nennt. Anschuldigungen und Behauptungen,  denen Haim Gvirtzman, Professor für Hydrologie an der Hebrew University in Jerusalem, der zudem Mitglied im Council der israelischen Wasserbehörde und lange Jahre ein Berater des gemeinsamen israelisch-palästinensischen Wasserkomitees (JWC) war oder Uri Schor, den Sprecher der israelischen Wasserbehörde deutlich widersprechen. Mit beiden hat Antje Schippmann gesprochen (s.o.), und was sie sagen, widerspricht den Thesen Messerschmids fundamental. Die palästinensische Autonomiebehörde weigert sich nicht nur, mit Israel zusammenzuarbeiten (so blockiert sie seit mehreren Jahren Tagungen des erwähnten Wasserkomitees), sie flankiert ihre Untätigkeit zudem auch mit alten antisemitischen Lügen, wie beispielsweise  in der Rede von Mahmud Abbas vor dem Europäischen Parlament Ende Juni, in der er behauptete, dass jüdische Rabbiner zur Brunnenvergiftung aufriefen – frei erfunden übrigens, wie er einen Tag darauf zugestand. 

Das Thema der Wasserversorgung ist längst ein Konfliktthema, das von der palästinensischen Seite mit gezielten Fehlinformationen befeuert wird. Das Ziel dabei sind nicht pragmatische Lösungen, Techniken oder Reparaturen, sondern die Rufschädigung Israels. Der Widerstand der Palästinenser gegen eine Kooperation mit Israel und das Missmanagement der palästinensischen Wasserbehörde sind ursächlich für die Probleme bei der so dringenden Versorgung.  Was macht nun die Interviewpartner solcher Beiträge für Ulm so interessant, wenn ihre Behauptungen nachweislich falsch sind? 

Vom Muslim-Markt zum Ulmer Weltladen e.V. 

Der antiisraelische Aktivist Clemens Messerschmid, in den Tagesthemen noch fälschlicherweise als „Wasserschmid“ bezeichnet, tourt mit seiner Propagandashow zur Zeit durch Deutschland und wird auch in Ulm auf ein andächtig lauschendes Publikum hoffen. Messerschmid hat eine klare, gegen Israel gerichtete ideologische Agenda, die er derart offensiv vertritt, dass die Frage erlaubt sein muss, ob das politische Interesse in seinem Fall nicht die wissenschaftliche Erkenntnis entscheidend trübt. So schreibt Messerschmid beispielsweise regelmäßig für die Website Electronic Intifada (!), hat dem antizionistischen Islamistenportal Muslim Markt ein freundliches Interview gewährt (http://www.muslimmarkt.de/interview/2014/messerschmid.htm, Zugriff 30.10.2016) und in den Marxistischen Blättern auf dem Höhepunkt der zweiten Intifada 2002 mit ihren zahllosen Selbstmordattentaten 49 Vorschläge „für eine linke deutsche Position“ zum „Nahostkonflikt“ unterbreitet. 
 
Der Judenmord als Variable? 

Dort spricht Messerschmid vom „Befreiungskampf“ der Palästinenser und findet deren Terror nicht deshalb kritikwürdig, weil dadurch Juden ermordet werden, sondern vor allem, weil er „der Überwindung der Besatzung abträglich“, also kontraproduktiv sei, eine „falsche Botschaft“ übermittle und damit vor allem den Palästinensern selbst schade. Er ruft zum „bewaffneten Kampf“ gegen die israelische Armee „und Siedler in der West Bank und Gaza“ auf. Auch dieses Jahr waren die Siedler Mordanschlägen ausgesetzt, im Juni wurde ein 13-jähriges Mädchen nachts brutal in seinem Schlafzimmer ermordet. Messerschmid 2002: „Auf palästinensischer Seite sind alle Mittel legitim, die das Ziel des Kampfes Israel und der Welt begreiflich machen und zu »einem Ziel« hinführen: dem Recht auf Selbstbestimmung, dem Ende der Besatzung.“ http://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=0211(Zugriff30.10.2016) Was im Umkehrschluss bedeutet:  Würde der antisemitische Terror der „palästinensischen Sache“ weiterhelfen, dann wäre er ein durchaus diskutables Mittel. Der Judenmord als Variable?

Messerschmids Plädoyer aus dem Jahr 2002 ist das eines „antiimperialistischen“ Aktivisten, und so ist folgerichtig, dass er sich später islamistischen Portalen, wie dem Muslim-Markt zur Verfügung stellte und noch heute bei antiisraelischen Initiativen von der Schweiz bis nach Bremen Vorträge hält.

Es ist bedauerlich, dass dies auch in Ulm ermöglicht wird und die unsägliche Serie antiisraelischer Veranstaltungen eine erneute Fortsetzung findet.

Wir hoffen, mit unserem offenen Brief möglichst viele potenzielle Besucherinnen und Besucher zu erreichen, denen mit dem Titel der Veranstaltung „Bis zum letzten Tropfen“ die alte Mär verkauft wird, dass ein dürstendes palästinensisches Opfervolk schuldlos unter brutaler Besatzung leidet. 

Zu hoffen wäre, dass die Besucher stattdessen, die unverhohlene hässliche Propaganda der Israelfeinde erkennen. 

Martin Tränkle
1. Vorsitzender
Deutsch-Israelische Gesellschaft,  Arbeitsgruppe Ulm, Neu-Ulm

1 Kommentar:

  1. http://ifamericansknew.org/
    einseitig. sie sehen sich in der opferrolle und schieben palästina und anderen islamischen ländern den schwarzen peter zu. Schande.

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