9. November 2016: Gedenkfeier vor der Synagoge auf dem Weinhof und Konzert im Festsaal der Synagoge




Es war eine bewegende Gedenkfeier auf dem Weinhof in Ulm, bei der sich dieses Mal viele Gruppen beteiligten. Der Vorsitzende der DIG, Martin Tränkle, führte durch die Veranstaltung und Herr Oberbürgermeister Gunter Czisch sprach ein Grußwort. Schülerinnen des St. Hildegard Gymnasiums verlasen die 212 Namen der im Holocaust getöteten Ulmer Juden und umrahmten die Feier musikalisch. Unsere Partner von der Stolperstein Initiative Ulm übernahmen es in diesem Jahr, die furchtbare NS-Geschichte durch Stationen und Zitate aus dem Leben eines Ulmer Juden, Dr. Julius Cohn, dem letzten Ulmer Rabbiner vor der Shoah, für die Zuhörer persönlich nachvollziehbar werden zu lassen. Sein Schicksal machte betroffen: Cohn starb 1940 nach Misshandlungen auf dem Weinhof in Ulm in der Reichspogromnacht, obwohl er die Flucht nach Großbritannien geschafft hatte. Es sprach auch Petra Bergmann vom Förderverein Neue Synagoge Ulm. Der Förderverein sammelt für eine neue Thora-Rolle für die Ulmer Synagoge, ein Anliegen, das die DIG Ulm ausdrücklich unterstützt und Sie hiermit um einen Beitrag bittet. Zum Abschluss betete Herr Rabiner Trebnik für die im Holocaust Ermordeten und rief zum Respekt gegenüber allen Menschen, „Minderheiten und Mehrheiten“, auf. Ein besonderer Dank geht an die vielen Besucher aus Politik, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden und vor allem aus der Ulmer Bürgerschaft. 
 
Anschließend fand ein Konzert im Festsaal der Synagoge statt. Stela Bunea (Violine) und Almut Schmitt (Gitarre) spielten Stücke älterer und modernerer, auch jüdischer Komponisten. Dieses Konzert gab dem Abend einen nachdenklichen und hoffnungsvollen Abschluss.

Was bleibt ist das Gedenken an die Opfer und das Geschehene und die Verantwortung für eine Zukunft, die den richtigen Schluss aus der Vergangenheit zieht: Nie wieder Antisemitismus, nie wieder Faschismus.

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