16.11.16 Flugblattaktion vor der VH - Strategie für die Zukunft?

Am Mittwoch, 16. November fand in der VH der Vortrag von Clemens Messerschmid "Bis zum letzten Tropfen" statt, in dem er Israel für die Wasserknappheit in den palästinensischen Gebieten verantwortlich macht. Wir haben recherchiert und herausgefunden, dass Messerschmids "Fakten" nicht korrekt sind. Im Vorfeld hatten wir bereits einen offenen Brief an Frau Dr.  Engels geschickt. Wie so oft nahmen uns Frau Dr. Engels und die SWP nicht ernst. Eine objektive, offene Diskussion in der Presse ist offenbar nicht möglich. 
Doch dem Publikum des Messerschmid-Vortrags wollten wir ermöglichen, unsere Recherchen nachzuvollziehen. Falsches zurecht zu rücken - das ist unserer Meinung nach eine wichtige Aufgabe der DIG.
Vier DIG-Mitglieder verteilten deshalb unten stehendes Flugblatt. Obwohl die Atmosphäre machmal unterschwellig aggressiv war, nahmen doch die meisten Besucher unsere Information an, manche sogar gern. Und es kam zu interessanten Gesprächen bereits im Vorfeld des Vortrags.
Hier nun das Flugblatt:

Sehr geehrtes Publikum des Vortrags von Clemens Messerschmid „Bis zum letzten Tropfen“  

Wir haben dieses Jahr bereits mehrere anti-israelischen Veranstaltungen der VH Ulm kritisiert. Nun findet heute, am 16. November erneut eine Veranstaltung, dieses Mal mit Clemens Messerschmid, statt.
Sie sind hier, weil Sie sich über die Ursachen der Wasserknappheit im Westjordanland informieren wollen.
Unseren Recherchen zufolge berichtet Messerschmid jedoch verfälscht. Bitte überprüfen Sie nach dem Vortrag anhand der angegebenen Links die „Fakten“, über die heute Abend berichtet wird: 

1.  Messerschmid wurde am 14.8.16 in den ARD Tagesthemen als Experte zum Thema Wassermangel im Westjordanland befragt. Er behauptet, den Palästinensern dort mangele es an Wasser, weil die Israelis sie keine Brunnen bauen ließen und das gesamte Grundwasser in der Westbank für sich selbst beanspruchten. Das einzige Problem sei die „israelische Besatzung“, wie er es nennt. Doch diese Behauptungen sind nicht korrekt. Im Beitrag fehlte die Tatsache, dass Israel den Palästinensern mehr Wasser liefert, als in den Verträgen von Oslo Mitte der 1990er Jahre vereinbart wurde, nämlich 143 Liter pro Tag. Messerschmid wies darauf nicht hin (als Experte müsste er das unserer Meinung nach), genauso wenig wie auf die Tatsache, dass die anfallenden Wasserverluste durch die palästinensische Autonomiebehörde zu verantworten sind. Nach dem Bericht hagelte es heftige Proteste. Im Internet sind die Proteste und die Fakten gut recherchierbar.

2.     Messerschmid hat eine klare, gegen Israel gerichtete ideologische Agenda, die er derart offensiv vertritt, dass die Frage erlaubt sein muss, ob das politische Interesse in seinem Fall nicht die wissenschaftliche Erkenntnis entscheidend trübt. So schreibt Messerschmid beispielsweise regelmäßig für die Website Electronic Intifada und er hat dem antizionistischen Islamistenportal Muslim Markt ein Interview gegeben, das zwischenzeitlich auch vom Verfassungsschutz beobachtet wurde:

3.      Messerschmid hat in den Marxistischen Blättern auf dem Höhepunkt der zweiten Intifada 2002 mit ihren zahllosen Selbstmordattentaten 49 Vorschläge „für eine linke deutsche Position“ zum „Nahostkonflikt“ unterbreitet. Dort spricht er vom „Befreiungskampf“ der Palästinenser und findet deren Terror nicht deshalb kritikwürdig, weil dadurch Juden ermordet werden, sondern vor allem, weil er „der Überwindung der Besatzung abträglich“, also kontraproduktiv sei, eine „falsche Botschaft“ übermittle und damit vor allem den Palästinensern selbst schade. Er ruft zum „bewaffneten Kampf“ gegen die israelische Armee „und Siedler in der West Bank und Gaza“ auf. Messerschmid 2002: „Auf palästinensischer Seite sind alle Mittel legitim, die das Ziel des Kampfes Israel und der Welt begreiflich machen und zu »einem Ziel« hinführen: dem Recht auf Selbstbestimmung, dem Ende der Besatzung.“

Diese Art der Berichterstattung aus der so brisanten Region Israel – Palästina ist absolut kontraproduktiv. Wir wenden uns entschieden dagegen! Unser aller Ziel sollte es sein, dass Israelis und Palästinenser in Zukunft in Frieden miteinander leben können. Da ist es nicht hilfreich, Menschen gegeneinander aufzuhetzen, weder im Nahen Osten, noch hier in Europa.

Der Vorstand der Deutsch Israelischen Gesellschaft Ulm/Neu-Ulm     V.i.S.d.P.:  Martin Tränkle 
  

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