12.10.16: Vortrag von Carmen Matussek




Carmen Matussek hat in Tübingen Islamwissenschaft studiert. Nach einem Studium, das sie als zu historisch und eher langweilig empfand, bat sie ihren Professor um ein aktuelles Thema für ihre Magisterarbeit. Er schlug  vor, diese über die Rezeption der »Protokolle der Weisen von Zion« in der arabischen Welt zu verfassen. Was sie herausfand und zu publizieren gedachte, erfreute ihren Professor der Islamwissenschft nicht und kostete sie fast das Examen: Sie benannte die »Protokolle« als eine auf Fälschungen beruhende antisemitische Hetzschrift, in der Juden eine zionistische Weltverschwörung unterstellt wird. In vielen arabischen Ländern sind antisemitische Klassiker wie die Protokolle der Weisen von Zion und Hitlers Mein Kampf Bestseller. Von ihren Untersuchungen, wie Antisemitismus und der Glaube an eine jüdische Weltverschwörung in der arabischen Welt seit Jahrzehnten und noch immer verbreitet werden und welche Konsequenzen sich daraus für die Politik Israels ergeben, berichtete Frau Matussek in ihrem Vortrag.
 
Heute arbeitet sie als freie Journalistin und schreibt unter anderem über Antisemitismus und die Darstellung des Staates Israels in den deutschen Medien. In ihrem gerade erschienenen Buch »Israel, mein Freund«, interviewte sie Muslime, die nach der Information über die Lügen in den Weisen von Zion mit der Israelfeindlichkeit der islamischen Welt gebrochen haben. Es macht Mut und gibt Hoffnung, dass viele Menschen ihre Vorurteile aufgeben könnten, wenn man sie informiert und das Gespräch mit ihnen sucht.

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