Ulm in der Jerusalem Post

Heute kam noch ein Artikel über die Situation in Ulm in der Jerusalem Post (http://www.jpost.com/Diaspora/German-Jews-slam-Ulm-academic-center-for-modern-Jew-hatred-447434), unter Nennung aller Namen die dafür verantwortlich sind, dass der Strohmeyer-Vortrag nicht abgesagt wurde. 

Wir als DIG haben durch unsere Pressemitteilung zumindest für Aufregung gesorgt. Die Südwestpresse, die uns jahrelang ignoriert hat, DIG-Veranstaltungen nicht angekündigt und Leserbriefe unserer Mitglieder nicht abgedruckt hat, veröffentlichte heute einen äußerst kritischen Leserbrief unseres Vorsitzenden Martin Tränkle (s.u.). Hoffen wir, dass die VH nachzieht und mit ihrer einseitigen Darstellung des Nahostkonflikts aufhört, indem sie auch pro-israelische Referenten einlädt.

Hier der heute in der SWP abgedruckte Leserbrief des DIG-Vorsitzenden Martin Tränkle:


Sehr geehrter Herr Kübler,

ist das noch fairer, verantwortlichen Journalismus, was Sie heute in der SWP gebracht haben? Fair wäre gewesen, dass Sie unsre Pressemitteilung abgedruckt hätten und nicht einzelne Satzteile tendenziös herausgreifen und andere verschweigen. Aber die Tendenz der SWP ist ja seit Jahren, mehr oder weniger israelfeindlich zu berichten, besonders seit dem Gazakrieg. Das spüre ich als DIG-Vorsitzender ja schon lange. Leserbriefe von mir drucken Sie schon seit der Auseinandersetzung mit H. Buchta nicht mehr. Deshalb geht mein Brief an Sie zugleich heute an einen größeren Kreis. Die DIG-Veranstaltungen kündigt die SWP entweder gar nicht oder nur als kleiner Artikel an, immerhin. Berichte darüber vorher oder nachher erscheinen kaum noch. Die Veranstaltung mit Dr. Schuster vom Zentralrat hat mir etwas Mut gemacht. Aber was er z.B. über die rechten und linken
Israel-Gegner bzw. Antizionisten in Deutschland gesagt hat, die sich beim Gazakrieg mit den palästinensischen Islamisten zusammengetan haben und auf den Straßen "Israel-Kindermörder" riefen, hat die SWP nicht berichtet.
Die Behauptung der VH, sie führe in der Tradition der Geschwister Scholl einen "offenen Dialog", d.h. beide Seiten zu Wort kommen lassend, ist ja durch die vielen einseitigen propalästinensischen, meist
israelfeindlichen Veranstaltungen der letzten Jahre wohl trotz Selbstrechtfertigungen widerlegt. Dass H. Heusohn und H. Hauser inzwischen für eine Mehrheit der Israelfeinde in unsrer Gesellschaft und
Kirche sprechen, macht die Sache nicht besser und wahrer. Ich selbst habe mich immer dagegen gewehrt, Kritik an der israelischen Regierung, die ich auch habe, pauschal als Antisemitismus zu bewerten.
Es geht uns in der DIG doch nicht um "bedingungslose Solidarität" mit der Politik Israels! Aber man muss meines Erachtens schon entweder uninformiert oder ignorant sein, um nicht zu sehen, dass heute die meisten "Israelkritiker" in Deutschland (und auch in Europa und Israel selbst) in Wirklichkeit Israelfeinde sind, z.B. Anhänger der BDS-Bewegung wie A. Strohmeyer. Ich sage nicht gleich: Judenfeinde, Antisemiten! Das messe ich an den 3 D: Dämonisierung Israels, Delegitimierung und doppelte Standards.Wir von der DIG haben übrigens der VH nicht vorgeworfen, "Antisemitismus
zu schüren". Wir verhindern auch die Diskussion über israelische Regierungspolitik nicht. So blauäugig und einseitig sind wir nicht. Wir versuchen nur, Empathie auch für Israel und seine Bewohner, nicht nur für das Unrecht, das Palästinensern geschieht, einzufordern. Freilich, die andere Seite, z.B. VH und HdB, ist einseitig und macht seit Jahren keine Veranstaltung, wo auch Israel zu seinem Recht kommt! Wie können Sie uns Israel-Solidarische als "Israel-Lobby" bezeichnen! Abgesehen davon, dass Sie Benjamin Weinthal verleumden, er "benutze systematisch die Antisemitismuskeule, um Israel-kritische Veranstaltungen zu verhindern".
Also etwas mehr fairen Journalismus hätte ich schon von der SWP erwartet, auch in dieser umstrittenen Frage. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Am 23. Juni kommt der israelische Generalkonsul Dan Shaham nach Ulm zu Besuch. Da plane ich einen Pressetermin bei der SWP. Ist das noch realistisch?

Mit freundlichem Gruß, Martin Tränkle, Pfarrer i.R. und Vors. der DIG Ulm/Neu-Ulm

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