5. November 2015: Lesung in der Synagoge



Frau von Treuenfeld kam schon zum zweiten Mal aus Berlin nach Ulm. Dieses Mal las sie aus ihrem neuen Buch: "Zurück in das Land, das uns töten wollte - Jüdische Remigrantinnen erzählen ihr Leben."

Das Schicksal dieser Frauen, die aus verschiedenen Gründen nach ihrer Flucht aus Hitler-Deutschland über Shanghai, Israel, der Schweiz und vielen anderen Ländern nach dem Krieg wieder nach Deutschland zurückkehrten, bewegten die über 20 BesucherInnen in der Synagoge sehr. Meist entschlossen sich die jüdischen Frauen, erst gegen große Widerstände ihrer Verwandten und Nachbarn, nach Deutschland, "in das Land, das sie töten wollte", wieder einzuwandern. Einige hatten in Israel das Klima nicht vertragen, andere fanden keine berufliche Zukunft, aber ihre Verbindung mit der deutschen Sprache und Kultur war noch immer groß.

Doch wirklich glücklich wurden sie in der neu-alten "Heimat" oft nicht. Aber das Erzählen ihres Lebens im hohen Alter - einer nachgeborenen deutschen Journalistin - war eine Art Befreiung für sie. Und die empathisch mitfühlende Autorin fand meist bald ihr Vertrauen.

Es war ein Abend, der tiefes Verständnis für die Geflüchteten weckte, nicht nur für die aus Nazi-Deutschland, sondern auch für die heutigen Flüchtlinge, ganz besonders für die vielen, die jetzt auf der Flucht vor Krieg, vor den Folterkellern des Assad-Regimes und vor den Brutalitäten und Vergewaltigungen des IS aus Syrien kommen.

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