Begegnungen

Auch emotional wird dieser 2. Dezember in Erinnerung bleiben. Drei Begegnungen will ich schildern. Als die Thrarollen vom Judenhof 6 aus dem Gebäude getragen wurden, öffnete sich im Stock darüber ein Fenster und ein alter Mann blickte  nachdenklich den Thorarollen hinterher. Er hatte schon andere Zeiten erlebt...

Wir begleiteten die Thorarollen zur neuen Synagoge. Neben mir sprachen einige Menschen englisch. Es stellte sich heraus, dass die Gruppe mit ihrer alten Mutter aus Texas zur Einweihung gekommen war. Die Mutter war 1937 vor den Nazis aus Ulm geflohen und nun glücklich, diesen Tag mit ihren Kindern hier erleben zu dürfen.






Im vollen Bürgerzelt hatte ich schließlich einen Platz ergattert, den ich aber schnell an eine alte Dame mit Rollator weiter gab. Sie bedankte sich sehr und erzählte mir, wie wichtig es für sie sei, hier dabei sein zu können: "Denn wissen Sie, in der Synagoge ist meine jüdische Freundin, mit der ich all die Jahre Kontakt gehalten habe. Wir sind so froh!"

Was für ein Tag!
(Text: I. Hahn; Fotos: M. Weise-Mack)

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