13.09.2012: Lesung von Andrea von Treuenfeld

In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel - mit diesem Buch gab die 1957 geborene Autorin 16 jüdischen Frauen eine Stimme, die dem Naziregime entkamen und in Israel eine neue Heimat fanden. Es war ein interessanter, aber auch trauriger Abend mit den Lebensschicksalen dieser Frauen. Erst im Alter durchbrachen sie ihre jahrzehntelange Sprachlosigkeit und berichteten Andrea von Treuenfeld ihre Erinnerungen an Vergangenes und Verdrängtes.

"Es sind sehr persönliche Geschichten, erzählend von einer fröhlichten Kindheit, die mit Demütigungen und Verboten, verhafteten Vätern und verschwundenen Nachbarn abrupt endete. Sie kamen - oft auf abenteuerlichsten Wegen - nach Palästina und wurden dort als "Jeckes" verspottet. Und man misstraute ihnen, denn sie kamen nicht als Zionisten, sondern als Flüchtlinge, und sie sprachen die Sprache der Mörder.

Und doch prägten die Jeckes dank ihrer Disziplin, ihrer Bildung und Tatkraft das Land wie keine andere Einwanderungsgruppe. Über ihre Verluste sprachen sie all die Jahre nie - erst jetzt, im Alter," erklärt die Autorin.

Frau von Treuenfeld las Ausschnitte aus dem Leben der Frauen, von denen Günther Jauch im Vorwort zum Buch sagt: "Es sind nur noch wenige, die Zeugnis geben können. Mögen sie noch lange leben und die Erinnerung an das schrecklichste Kapitel unserer Geschichte aufrechterhalten."

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